Hmmm, irgendwie weiss ich nicht so recht an welcher Stelle ich anfangen soll. Versuch ich es mal so: Nachdem ich mich von meinem Canon-Material getrennt hatte und mit der Nikon D700 vor 4 Wochen technisches Neuland betrat, war mir schon etwas komisch zumute. Zweifel kamen, ob es sich denn wirklich so gravierend bemerkbar machen würde, dieser Unterschied zu meinem Vorgängermodel der Canon 40D.
Da ich in den Monaten April – Oktober durchweg Turnierfotografie betreibe und es ab ca.18:00 Uhr in den seltensten Fällen noch für eine ISO 800 gereicht hat, waren die Bilder auch mit dem schönsten L-Objektiv ein Trauerspiel. Wobei es im 100% Modus in Photoshop grausamer aussah, als auf einem ausgedruckten 15x23cm großen Foto. Trotzdem, mit Qualität hatte das nichts mehr zu tun und man war geneigt, die Fotos dem Kunden mit gesenktem Haupt zu übergeben. Bewegung kam ins Spiel, als ein Kollege der für uns ein Wochenende arbeitete, seine Fotos mit einer Nikon D3 machte. Anfänglich glaubten wir an Hexerei, holte er doch wirklich gute Fotos aus grottenhaft dunklen Reithallen, in denen es für uns unmöglich war, auch mit ISO 3200, Offenblende und einer grenzwertig, langen Verschlusszeit, ein verkaufbares Bild zu produzieren. So begann unbewußt die Liebäugelei mit Nikon.
Zurück zum vergleichen der Fotos zwischen den beiden Kameras, die man eigentlich nicht wirklich vergleichen kann und sollte. Schließlich liegt eine nicht gerade kleine Preisdifferenz zwischen beiden Modellen. Mir geht es dabei auch eher darum, das Potential zu zeigen, welches in der D700 schlummmert. Zufällig hatte ich vergangenes Jahr im Rahmen einer Sportgala, für meine Frau ein paar Bilder mit der 40D für Ihre Tanzgruppe gemacht. Entstanden sind diese in einer pottendunklen Turnhalle, in der kaum Licht vorhanden war, ausser 2-3 kleinen Scheinwerfern. Dieses Jahr zur selben Zeit fand diese Veranstaltung wieder statt, man kann sagen unter identischen Verhältnissen. Ich habe jeweils 3 Bilder der beiden Kameras rausgesucht, mit ungefähr gleichen Bedingungen und Einstellungen.
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Spätestens beim 3. Bild wird einem der Mehrpreis dieser Kamera gegenüber der 40D klar. Normalerweise war ich es gewohnt, Bilder bei diesen Lichtbedingungen (ISO 3200) die auch noch mit 200 mm Brennweite fotografiert wurden, sofort im virtuellen Papierkorb zu versenken. Augenkrebs wäre sonst die Folge gewesen. Dazu muss man noch sagen, dass die Lichtverhältnisse in beiden Jahren wirklich identisch waren. Die Schule die diesen Wettbewerb jedes Jahr ausrichtet, verfügt einzig über dieses vorhandene Equipment, welches der Hausmeister bedient … Des weiteren bin ich davon überzeugt, dass sich qualitativ noch mehr aus dieser Situation hätte rausholen lassen, wenn ich die Kamera intuitiver hätte bedient können. Zu ungewohnt kommt mir das Menü vor und die vielen Focusmodis sind für mich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Wann und in welcher Situation welcher C-Modus (Canon: AI-Servo) mit welchen Verzögerungswerten, mit wie vielen aktiven Messfeldern der Beste ist, werde ich hoffentlich 1.000 Fotos später wissen.
Was mich allerdings jetzt schon begeistert, sind diese kleinen Gimmicks die es an dieser Kamera gibt. Das eingebaute Hilfslicht ist ein Knaller und ich finde dessen Reichweite sowie Lichtintensität unglaublich. Ein Fehlfokussieren selbst um Mitternacht mit 0 Licht auf eine Entfernung von 10 Metern – kein Problem. Ebenso die Kraft des eingebauten Blitzes. Die Technik der Dioptrinverstellung, die Verschlußmöglichkeit des Suchers sowie die Schnelltasten für individuelle Funktionen. Ich habe mir auf die untere Individualtaste den Mehrfachbelichtungsmodus auf 9 Bilder mit Blitz gestellt. Stellt man den Blitz jedoch nicht an, heißt dass, man ist in der Lage, bei gedrückter Taste 9 Bilder pro Sekunde zu schiessen, ohne Power-Kit – Wahnsinn! – und man braucht sich nicht einmal die Hand dabei verrenken, da der Zeigefinger sowieso auf dieser Taste liegt Auch die Abdeckung des Displays gefällt. Endlich keine lästige Folie mehr aufziehen. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten.
Wenn man einen zusätzlichen Handgriff sein eigen nennt, finde ich die Handhabung einen Akku in der Kamera zu belassen und den anderen im Handgriff einzusetzen schlichtweg dämlich! In der Praxis bedeutet das, wenn der Akku im Handgriff alle ist, greift die Kamera auf den zweiten im Body zurück. Bedeutet im Klartext, man muss jedes Mal zum Aufladen den Handgriff abschrauben, wenn man den zweiten Akku laden will! Auch finde ich das große Wählrad an der Canon zum Ansteuern einzelner Parameter wesentlich praktischer und das Handling ist damit viel komfortabler. Auch die Möglichkeit 3 völlig verschiedene Kameraeinstellungen mit einem Handgriff förmlich “blind” abzurufen, ist ein tolles Feature. Doch unterm Strich bin ich überzeugt, mit der D700 eine Kamera erworben zu haben, die mich im Sportbereich (hoffentlich) nicht im Stich läßt und in anderen Situationen wie z.B. Portrait, Landschaft und Reportage zur “Traum-Kamera” avancieren kann.


















